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| Aktuell: Endlich haben sich im
letzten Jahr die stets wiederholten, aber nicht
erfüllten Prognosen bewahrheitet. Die Baubranche hat
die konjunkturelle Talsohle durchschritten, was insbesondere aus der
überaus positiven Entwicklung im Wirtschaftsbau, aber auch aus
dem privaten Wohnungsbau resultiert.
Es ist allerdings davon auszugehen, dass der Anstieg im Eigenheimbau nicht langanhaltend sein wird, da er primär aus den Vorzieheffekten aufgrund der Abschaffung der Eigenheimzulage (Ende 2005) resultiert. Die Haushalte, die geplant haben, ein Haus zu bauen, werden diese steuerlichen Vergünstigungen mitgenommen haben. Nach der Fertigstellung dieser Bauanträge dürfte es für ein paar Jahre mau für den Eigenheimbau aussehen. Wenn das Einkommen steigen würde, Arbeitsplätze sicherer wären oder es neue steuerliche Förderungen gäbe, so könnte dies die Nachfrage erneut ankurbeln. Mehr Substanz weist
dahingehend der Wirtschaftbau auf. Vielen Unternehmen geht es sehr gut.
Das trifft besonders auf diejenigen zu, die mehr von der Welt-
als von der Binnenwirtschaft profitieren. Sie investieren auch
im Inland, schaffen Arbeitsplätze und expandieren.
Dafür benötgen sie Produktions- oder
Büroflächen. Insofern diese nicht am gleichen oder an
anderen Standorten aus dem Bestand angemietet werden, wird neu gebaut.
Die Stimmungslage der Wirtschaft ist, auf Grundlage der weltwirtschaftlichen Entwicklungen, sehr gut. Für die nationale Bauwirtschaft stellt sich die Frage, wie lange und wie viel Bedarf an neuen Gebäuden im Inland bestehen wird. Der öffentliche Bau (Hoch- wie Tiefbau) bekommt auch eine wenig Aufwind, da der Bund, die Länder und Kommunen von erhöhten Gewerbesteuereinnahmen profitieren können. Hinzu kommt, dass der bislang milde Winter 2006/2007 den Straßen weniger zusetzt als der Vorjahreswinter und somit weniger Geld für die Beseitigung von Folgeschäden ausgegeben werden muss. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln werden primär die dringendsten bestandserhaltenden Maßnahmen angegangen werden können. Für aufwändige Neubaumaßnahmen reichen die Mittel aber nciht aus Grundsätzlich: Bei Betrachtung von
konjunkturellen Entwicklungen und Veränderungen in der
Bauwirtschaft ist zu berücksichtigen, dass die
Bautätigkeit regional geprägt ist und sich in den
einzelnen Städten und Landkreisen sehr unterschiedlich
entwickeln kann. Darüber hinaus sind Baumaßnahmen
temporät und bilden immer nur ein Potenzial auf Zeit.
Eine Potenzialermittlung für Regionen lässt sich nicht allein von der Bevölkerungsverteilung oder Kaufkraft ableiten, wie es bei Konsumgütern leichter möglich ist. Zur Potenzialermittlung für das "Investitionsgut Gebäude" bedarf es weiterer Faktoren, die den kontinuierlichen Wandel in einzelnen Regionen besser nachvollziehen (Gewerbesteuer, Anzahl von Betrieben, Beschäftigen, Arbeitslosen, etc.). Historisch: Die bauwirtschaftliche
Rezession der letzten zehn Jahre war eine zwangsläufige Folge
des durch die Wiedervereinigung ausgelösten Bau-Booms. Die zu
Beginn der 1990er Jahre einsetzende Bautätigkeit war eine
Ausnahmeerscheinung. Es wurden vor allem langjährige Defizite
ausgeglichen oder von der Steuer begünstigte Investitionen
getätigt. Überspitzt gesagt, baute man vertrauensvoll
auf eine blühende Zukunft, die aber bis dato nicht
entsprechende Früchte trägt. Die pro Kopf
überdurchschnittlichen Bauinvestitionen der frühen
90er Jahre reduzierten sich seitdem schrittweise auf ein normales
Niveau.
Problematisch: Zu dem zuvor
erläuterten Angleichungsprozess kommen volkswirtschaftliche
und gesellschaftliche Probleme, die sich zukünftig noch
ausgeprägter auf die Bautätigkeit auswirken werden.
Einer der wichtigsten Indikatoren ist die
Bevölkerungsentwicklung. In Deutschland werden zu wenig Kinder
geboren. Junge Familien mit Kindern haben mehr Bedarf an Eigenheimen
oder größeren Wohnungen als Paare ohne Kinder.
Zusätzlich stellen Kinder das Potential von morgen dar.
Gleich gerichtete
Auswirkungen mit einem verstärkenden Effekt hat die
Zuwanderung. Zuwanderer bringen zusätzlichen Bedarf an
Wohnraum und oft Kinder mit.
Verschiedene Trends und Entwicklungen im Wohnungswesen, wie die Nachfrage nach größeren Wohnungen, die Zunahme von Single-Haushalten oder die Erhöhung der Eigenheimquote, haben Einfluss auf die Bautätigkeit. Es sind leider keine stabilen Faktoren, die den Wohnungsbau nachhaltig beeinflussen. Es könnte auch Trends zu kleineren Wohnungen, Wohngemeinschaften oder Partnerschaften geben, die für die Branche kontraproduktiv wären. Gegen eine allgemeine Erhöhung der durchschnittlichen Wohnfläche sprechen auch die Finanzierung, Unterhaltung (vor allem unter Berücksichtigung der hohen Energiekosten) und Pflege einer großen Wohnung. Aufgrund der hohen Investitionssummen hätte die Steigerung der Eigenheimquote besonders positive Auswirkungen. Leider können sich immer weniger interessierte Haushalte den Hausbau leisten, da ihr Einkommen im Schwellenbereich liegt. Bei der Realisierung stoßen sie an mehrere Grenzen: Verhältnis Eigen- zu Fremdkapital, Fremdkapitalfinanzierung zu verfügbarem Einkommen, Restbetrag des Einkommens zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten, etc. Der alles entscheidende Faktor ist die Bausumme. Diese setzt sich hauptsächlich aus Baulandpreis und Kosten für den Hausbau sowie aus Gebühren und Honoraren zusammen. Da der Gesamtbetrag, unter Berücksichtigung der hohen Erwartungen und Anforderungen dEnter Bauherren, enorm ist, lässt sich der Wunsch nach einem Haus für viele nicht erfüllen. Eine kostengünstigere Bauweise (z. B. durch vorgefertigte Teile) findet bislang, sowohl bei Bauherren wie Architekten, zu wenig Beachtung. Ein weiteres Hemmnis für die Bauwirtschaft ist der lange Produkt-Lebenszyklus. Im Schadensfall, aber nicht bei wechselnden Trends, werden einzelne Produkte ersetzt. Erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten kommt es dann zu umfangreichen Modernisierungs- oder Umbaumaßnahmen, die wirkliches Potential darstellen. Diese Auflistung von Störfaktoren könnte noch um viele weitere Aspekte ergänzt werden. Wir wollen es zunächst dabei belassen. Zuversichtlich: Trotz eines kleiner wEnterdenden Ertrags-Kuchens
existieren immer noch reelle und schlummernde Potentiale.
Die Eigenheim-Quote (prozentualer Anteil der Haushalte, die in einem Eigenheim wohnen) ist in Deutschland, verglichen mit dem europäischen Ausland, gering. Viele Familien haben Interesse am eigenen Haus. Sie sind ein großes Potential für den Wohnungsbau. Jedoch halten sie vermehrt diverse Gründe von der Realisierung ab. So beeinträchtigen zum einen Angst vor dem Verlust der Arbeit (oft pauschal, aber unberechtigt), eine mangelnde Bereitschaft zum Konsumverzicht oder fehlendes Eigenkapital die Entscheidung. Zum anderen haben viele Interessenten nur ein Haushaltseinkommen, das im Schwellenbereich von einer gesicherten zu einer riskanten Finanzierung liegt. Das bedeutet, dass das zur Verfügung stehende Einkommen nahezu vollständig für die Lebenshaltungskosten und die Baufinanzierung aufgebraucht wird. Es bleibt wenig Spielraum für Eventualitäten (So betragen laut einer Studie des Verbandes privater Bauherren [VPB] Nachforderungen beim Neubau durchschnittlich 23.000,- €.) oder zusätzlichen Konsum. Für diese potentiellen Bauherren im Schwellenbereich sind Förderungen oder steuerliche Entlastung, wie es die Eigenheimzulage war, mit ausschlaggebend. Gäbe es weniger Hemmnisse oder wäre eine günstigere Form des Bauens populär bzw. akzeptiert, so würde sich dies positiv auf die Bautätigkeit von Eigenheimen auswirken. Im Nichtwohnbau gehen die stärksten Impulse von der Wirtschaft aus. Unternehmen investieren allerdings nur, wenn Bedarf besteht, die Geschäfte laufen und langfristig auf den Standort Deutschland gesetzt wird. Begleitend muss die Politik mehr Planungssicherheit geben und für in- und ausländische Investoren Anreize schaffen, um die Investitionsbereitschaft zu erhöhen. In der Politik wie auch in der Wirtschaft muss die Schaffung von Arbeitsplätzen höchste Priorität haben. Je mehr Erwerbstätige desto positiver sind die Folgen auf Konsum, Wachstum und Wohlstand. Das wäre die beste Voraussetzung für einen Anstieg der gesamten Bautätigkeit. Unternehmens- oder betriebsbezogene Potenziale müssen individuell ermittelt werden, da sie sehr verschieden und zumeist von der Situation abhängig sind. Jede Tätigkeit, jedes Unternehmen und jede Region bringen andere Voraussetzungen mit sich. Wir unterstützen Sie, diese zu erkennen und daraus Potenziale zu ermitteln und zu analysieren. Gerne stehen wir Ihnen für Fragen oder ein unverbindliches, kostenloses „Einstieg-Gespräch“ zur Verfügung. |
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